Vereinsaktivitäten
„Erst der Anfang“: Zehn Jahre BO4E
30. Juli 2026
Die Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Angetreten, die Softwarelandschaften in der Energiebranche mit den „Business Objects for Energy“ zu verändern, hat sich der Standard bis heute gut entwickelt. Die BO4E werden immer häufiger genutzt, wenngleich manche EVUs den Aufwand scheuen, vorhandene Systeme BO-tauglich zu machen. Die Protagonisten sind trotzdem überzeugt: Die große Stunde der BO4E wird kommen.
Hückelhoven, 30.07.2026 – Im Juli 2016 fiel der Startschuss: Die gemeinnützige Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft e. V. mit Sitz in Hückelhoven nahm offiziell ihre Tätigkeit auf. Elf Gründungsmitglieder – Softwarehäuser, Beratungsunternehmen und ein Vergleichsportal für Strom und Gas – schickten sich an, einen neuen Softwarestandard in die deutsche Energiewirtschaft einzuführen. Der Name: „Business Objects for Energy“, kurz BO4E. Inspiriert von den damals bereits bekannten „Geschäftsobjekten für die Logistik“ der Fraunhofer-Gesellschaft, sollte nun auch der Energiemarkt von einem einheitlichen Kommunikationsmuster bei der Softwareentwicklung profitieren, das ohne individuelle Schnittstellen auskommt. Das Wagnis gelang, wenngleich es auf Hindernisse stieß. Die mittlerweile 21 Mitgliedsunternehmen formulieren den Erfolg der ersten Dekade deshalb so: „Zehn Jahre BO4E sind respektabel und doch erst der Anfang. Eine stärkere Marktdurchdringung ist in Zukunft zu erwarten.“
Kontrapunkt gesetzt
„Wir wollten einen unabhängigen und offenen Kommunikationsstandard in der Energiewirtschaft etablieren, der Datenflüsse schneller, sicherer und sehr viel kostengünstiger gestaltet“, sagt Peter Martin Schroer, Vorsitzender der BO4E-Interessengemeinschaft. „Dazu haben wir bewusst einen Kontrapunkt zu konservativen Marktstrukturen gesetzt.“ Schroer verweist darauf, dass bei vielen Akteuren im deutschen Energiemarkt große, monolithische EDV-Systeme vorhanden sind und Stadtwerke respektive Energieversorger von einem einzigen Softwareanbieter systemtechnisch abhängig seien – „eigentlich ein Unding in der sich rasant entwickelnden Digitalisierung.“ Dies wollen die BO4E-Protagonisten ändern, denn, so Schroer: „Das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip geht oft mit Nachteilen einher, wenn Spezialbedürfnisse auch spezielle Softwarelösungen erfordern. Angebote kleinerer Experten sind dann das Mittel der Wahl und können dank BO4E ohne Schnittstellenprobleme integriert werden.“
Standard für innovative Geschäftsfelder
Der Vereinsvorsitzende empfiehlt den Standard zunächst für innovative Geschäftsfelder, in denen ohnehin neue Softwarestrukturen geschaffen werden müssen. Die Betreffzeile liest sich lang und ist doch nur beispielhaft: Dynamische Tarife, Energy Sharing respektive Handeln mit Strom, der massive Ausbau von regenerativen Energien und Stromspeichertechnologien, die Elektromobilität, die Erstellung von E‑Rechnungen oder auch Chatbots im Kundenservice. „All dies erfordert Software, die diese Leistungen handhaben kann“, so der Experte, „ganz zu schweigen von der Künstlichen Intelligenz, die in rasantem Tempo Neues hervorbringt, das nur mit reibungslosen Datenflüssen funktioniert. Hier wie dort fungieren die BO4E als Brückenbauer.“
Angesichts der Vorteile ist es erstaunlich, dass die BO4E auch nach zehn Jahren immer noch keine hohe Präsenz im Energiemarkt aufzuweisen scheinen. „Dies ist nur auf den ersten Blick der Fall“, erläutert Schroer, „viele Business Objects wurden erarbeitet und nicht wenige Softwareunternehmen setzen den Standard im Hintergrund ein, ohne dies explizit zu erwähnen. Auch die Nutzbarmachung der BO4E ist immer besser geworden.“ So hat jüngst die Interessengemeinschaft zusammen mit der Fachhochschule Aachen einen Adapter entwickelt, mit dem Software-Applikationen besonders schnell an den Standard angepasst werden können. Dass der Markt die BO4E trotzdem nur zögerlich annimmt, führt Schroer auf den hohen Aufwand zurück, der erforderlich ist, um bereits vorhandene Systeme BO-tauglich zu machen. Doch er ist überzeugt: „Steigende digitale Anforderungen erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität. Ohne einen einheitlichen Standard ist diese Flexibilität nur sehr schwer erreichbar“, und bekräftigt: „Die große Stunde der Business Objects for Energy wird kommen.“
Kontakt
Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft e. V.
Dipl.-Ing. Peter Martin Schroer
Weserstraße 9
41836 Hückelhoven
Telefon: +49 (0)2433 52601 – 0
E‑Mail: schroer@bo4e.de; info@bo4e.de
Internet: www.bo4e.de
Abdruck frei, Beleg bitte an:
sv communication + consulting
Christiane Straßenburg-Volkmann
Lammersdorfer Straße 34
52159 Roetgen
Telefon: +49 (0)2471 134248
E‑Mail: c.strassenburg@sv-communication.de
Internet: www.sv-communication.de
Presseinformationen

Zeichen für Freiheit und Flexibilität bei der Gestaltung von Softwarelandschaften in der Energiewirtschaft: Die BO4E sind mittlerweile zehn Jahre am Markt. Quelle: Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft

„Die Nutzbarmachung des Standards ist immer besser geworden“: Peter Martin Schroer ist Vorsitzender der Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft. Quelle: Interessengemeinschaft Geschäftsobjekte Energiewirtschaft